Weihnachten: Amazon-Streik gefährdet die Bescherung
09. Dezember 2014 - 09:36 Uhr // Nachrichten von Marco Zinsmeister

Amazon-Mitarbeiter sollen als Mitarbeiter im Einzelhandel zum entsprechenden Tarif bezahlt werden. Das fordert die Gewerkschaft Ver.di und setzt mit den derzeitigen Arbeitsniederlegungen den Versandriesen stark unter Druck. Bislang werden die Beschäftigten als Logistikmitarbeiter vergütet. Sollte die Geschäftsführung einlenken, könnten alle Angestellten schon jetzt ein großes, vorzeitiges Geschenk zu Weihnachten erhalten.
Erhöhter Druck durch Weihnachtsgeschäft
Seit Sonntag um Mitternacht legte ein Teil der Beschäftigten bei Amazon in Bad Hersfeld die Arbeit nieder. Sie wollen den Versandhändler unter Druck setzen, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit, ist der Versandriese auf die fleißige Arbeit seiner Beschäftigten angewiesen. Zahlreiche Rabattaktionen und Weihnachtsangebote sorgen für ein erhöhtes Auftragsvolumen. Streiken jedoch die Mitarbeiter, könnte für den Einen oder Anderen das Weihnachtsfest eine böse Überraschung mit sich bringen. Die pünktliche Auslieferung der bestellten Geschenke wäre damit nicht mehr gewährleistet.
Ver.di vs. Amazon – Aktion und Reaktion
Nachdem die Gewerkschaft Ver.di einen sehr günstigen Moment, so kurz vor Weihnachten, für die Streik-Aktionen gewählt hat, kontert Amazon mit verschiedenen Videos auf der Startseite der Firmenhomepage. Diese zeigen, wie zufrieden alle Mitarbeiter sind und welch wunderbare Harmonie im Unternehmen herrscht. Laut Amazon sind die pünktlichen Auslieferungen zu Weihnachten auf jeden Fall gewährleistet. Aber was passiert, wenn sich noch mehr Mitarbeiter den Streik-Aktionen der Gewerkschaft anschließen?
Der Zeitpunkt für den Streik ist bewusst gewählt. Ver.di reagiert damit auf das gestiegene Auftragsvolumen und den erhöhten Druck, den die Beschäftigten vor Weihnachten zu bewältigen haben. Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger bestätigt: „Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten.“
Fazit:
Wer seine Geschenke beim Einzelhändler vor Ort kauft, kann sich Weihnachten völlig entspannt zurücklehnen. Die Rettung der Bescherung kann so einfach sein.
Quelle: https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++840f0784-7c97-11e4-9d19-52540059119e
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